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Rückenschmerzen im Büro: Schreibtischhelden Probleme

Gerüstbauer, Dachdecker, Lagerarbeiter, Altenpfleger – sie alle gehören zu den Berufsgruppen, denen körperlich einiges abverlangt wird und die gewöhnlich nach einigen Jahren gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Glücklich können sich da all jene schätzen, die gemütlich am Schreibtisch im Büro arbeiten. Den als Sesselpupsern verrufenen Büroangestellten wird bequemes und leichtes Arbeiten nachgesagt. Doch weit gefehlt! Denn die Volkskrankheit Nummer 1 – Rückenschmerzen – trifft vor allem Schreibtischhengste. Rückenschmerzen im Büro sind vorprogrammiert. Einseitiges Dauersitzen kann zur gesundheitlichen Belastung werden und chronische Rückenbeschwerden verursachen.

Wenn Schreibarbeit und Denksport zur körperlichen Folter werden

Rückenschmerzen im Büro sind kein seltenes Phänomen, sondern Ergebnis stundenlangen Sitzens und einer falschen Körperhaltung. Gerade Büromenschen sind häufig davon betroffen. Der Bewegungsmangel, der beim sitzenden Arbeiten zwangsläufig einhergeht, lässt das Skelett regelrecht einrosten. Die Muskulatur wird kaum noch gefordert und erlahmt mit der Zeit.

Rückenschmerzen im Büro führen langfristig zu verminderter Leistungsfähigkeit, wiederholten Krankheitsausfällen und auch finanzielle Einbußen. Den Arbeitgeber kostet die lädierte Mitarbeitergesundheit letztlich mehr Geld und die betroffenen Mitarbeiter büßen an gesunder Lebenszeit ein. Wirtschaftliche Folgen und frustrierte unzufriedene Angestellte sind die Resultate von Rückenschmerzen im Büro.

Die dauerhafte falsche Belastung der gekrümmten Wirbelsäule sowie die Abnutzungserscheinungen des nicht beanspruchten Gelenkapparates führen zwangsläufig zu längeren und schwerwiegenden Erkrankungen des Rückens. Stundenlanges Hocken vorm PC oder Laptop verursacht einen steifen Nacken und verspannte Schultern. Später können daraus eingeklemmte Nerven, entzündete Sehnen, schmerzende Zerrungen, schwerwiegende Hexenschüsse und lebenseinschränkende Bandscheibenvorfälle werden. Wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber es versäumen, auf eine zielgerichtete Mitarbeitergesundheit Wert zu legen, wird schließlich auch das Betriebsklima massiv darunter leiden.

Ursachen für Rückenschmerzen im Büro

Nicht nur Bewegungsmangel führt zu Rückenschmerzen im Büro. Ein fehlender ergonomischer Arbeitsplatz kann ebenfalls dazu beitragen. Wer immer wieder bei Zugluft am geöffneten Fenster sitzt, riskiert Verspannungen am Nacken. Eine angespannte Körperhaltung durch sehr angestrengtes und konzentriertes Arbeiten am Bildschirm verursacht ebenfalls Schmerzen in der Rückenmuskulatur.

Rückenschmerzen im Büro: Die richtige Sitzhaltung ist entscheidend

Aber auch Stress und falsches Zeitmanagement können Rückenschmerzen im Büro begünstigen. Mitarbeiter vergessen, Pausen zu machen und überlasten damit Körper und Geist. Auch psychischer Stress, der durch private Probleme oder einem negativen Arbeitsverhältnis mit Kollegen ausgelöst wird, kann Gift sein für den Körper. Denn psychischer Stress führt zu einer angespannten Körperhaltung, die dauerhaft den Leidensdruck erhöht.

Neben den genannten Ursachen können auch ganz banale Dinge wie eine schlecht gefederte Matratze oder falsches Tragen und Heben von Akten ausschlaggebend sein für Rückenschmerzen im Büro. Auch solche vermeintlichen Kleinigkeiten können Rückenleiden fördern. Schmerzfreiheit und Gesundheit sind nicht selbstverständlich, der Körper verzeiht nichts.

Das ewige Gesundheitsproblem Rückenschmerz

Den ganzen Tag nur rumsitzen, Kaffee trinken und unproduktiv in den PC starren – Menschen, die im Büro arbeiten, sehen sich oftmals mit derlei Klischees konfrontiert. So ist Büroarbeit nicht selten von falschen Vorstellungen geprägt. Die Realität ist tatsächlich eine ganz andere. Denn die sitzende Tätigkeit am Schreibtisch kostet so manchen Büroangestellten die Gesundheit.

Büroarbeit ist entgegen der weitläufigen Meinung nicht immer der angenehmste Job. Der Unterschied zu körperlich schwerer Arbeit liegt darin, dass man die wirkliche Anstrengung in Form von hochkonzentrierter Geistesarbeit nicht auf den ersten Blick sieht. Wenn ein Gerüstbauer den ganzen Tag schwere Lasten trägt oder ein Straßenbauer permanent bei extremer Hitze oder eisigem Wind in gebückter Haltung mit heißem Asphalt arbeiten muss, sitzt ein Büroangestellter meist im klimatisierten Büro und muss nur ein wenig in die Tasten klopfen. Was nach wenig aussieht, ist aber viel mehr Belastung als Branchenfremde wissen können. In dauerhaft verkrampfter Zwangshaltung arbeitet der Büroangestellte und riskiert dabei die Verkrümmung seiner Wirbelsäule und den Verschleiß seiner Bandscheiben.

Rückenschmerzen im Büro sind mehr als nur eine Begleiterscheinung

Mehr als 80 % der deutschen Bevölkerung sind mindestens einmal mit dem Problem Rückenschmerz konfrontiert. Das ist mehr als eine erschreckende Zahl. Denn Rückenprobleme ziehen sehr oft auch andere gesundheitliche Folgen nach sich. Kopfschmerzen, Migräne, Übellaunigkeit, zunehmende Erschöpfung, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen sowie ständiges Ziehen, Stechen und Pochen in den Nerven und Gelenken sind unter anderem die Folgeschäden bei Rückenschmerzen. Noch schlimmer ist es, wenn aus Rückenschmerzen ein chronisches Rückenleiden wird. Betroffene sind frustriert und verlieren ihre Motivation.

Wehret den Anfängen

Jeder leidet wahrscheinlich hin und wieder im Leben an Rückenschmerzen. Bei vielen sind sie einfach eine kurzfristige Folge von Überlastung, Anspannung oder unbequemer Haltung. Leichte Rückenschmerzen im Büro können zum Beispiel mit Massagen, Ölungen, Salben, Saunagängen, Wärmepflaster und einfachen Dehnungsübungen gut behandelt und behoben werden.

Nicht bei jedem kleinen Ziehen im Rücken besteht Grund zur Sorge. Wer Rückenschmerzen im Büro allerdings gar nicht ernst nimmt, muss sich nicht wundern, wenn daraus ein chronisches Leiden wird. Deswegen ist es unerlässlich, dass Büroangestellte an einem ergonomischen Arbeitsplatz arbeiten. Damit werden mögliche Rückenprobleme von vornherein minimiert. Ergonomisches Arbeiten bedeutet, dass ein höhenverstellbarer Schreibtisch, ein Stehpult und ein verstellbarer bequemer Bürostuhl verwendet werden.

Ein guter Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter schätzt, sorgt für weitere ergonomische Arbeitsplatzbedingungen. Ein Gymnastikball im Büro ermöglicht Rückenübungen, die die Wirbelsäule entlasten. Ein Massagesessel, der für alle zur Verfügung gestellt wird, kann ebenfalls für entspannte Pausen zwischendurch hilfreich sein. Firmeninterne günstige Sportangebote oder eine Betriebssportgemeinschaft motivieren Mitarbeiter zu mehr Bewegung. Auch Erinnerungsmails für kurze Pausen und Mini-Trainingseinheiten im Büro sind eine Möglichkeit, dauerhaft mehr Aktivität ins Büro zu bringen.

Lösungsvorschläge zur Problembehebung und Vorbeugung bei Rückenschmerzen im Büro

Sport und Fitnessübungen sind ideal, um prophylaktisch gegen Rückenschmerzen im Büro vorzugehen. Alternativ helfen bei stärkeren Schmerzen Medikamente, Spritzen, Akupunktur, Physiotherapie und im schlimmsten Fall auch Operationen. Rückenprobleme dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Schmerzmittel etwa betäuben zwar kurzfristig den Schmerz, eine langfristige Lösung sind sie allerdings nicht.

Rückenschmerzen im Büro: Rückenprävention beugt vor

Rückenprävention ist gar nicht so kompliziert und kann wahre Wunder bewirken. Wer präventiv handelt, kann Erkrankungen des Rückens vorbeugen. Konsequente Bewegung hilft, schmerz- und beschwerdefrei zu bleiben. Ein gesunder Rücken steht für Lebensqualität.

Tipps zur Vorsorge von Rückenschmerzen im Büro:

  • jede Form von Bewegung nutzen, das heißt: statt Fahrstuhl die Treppe nehmen, zum Kollegen ins Büro laufen anstatt eine Mail schreiben, mittags raus gehen und die Füße vertreten, die Freizeit nutzen für sportliche Aktivität, abends beim Fernsehen kurze Trainingseinheiten nebenbei absolvieren anstatt nur auf der Couch liegen
  • gesunde Ernährung, bedeutet: kleine Snacks im Büro aus der Schublade setzen an und ermüden, stattdessen Gemüsesticks oder Obst zurechtschneiden und naschen, dazu ausreichend Wasser trinken
  • die Pause möglichst nicht am PC verbringen, der Körper muss die Chance zur Entkrampfung bekommen und die Gedanken sollten kurzzeitig von der Arbeit loslassen können, das geht am besten an der frischen Luft
  • für Abwechslung zwischen Sitzen und Stehen sorgen, zum Telefonieren einfach mal aufstehen
  • die Beine nicht ständig übereinander schlagen die richtige Haltung zum Schreibtisch und PC von einem Experten zeigen lassen und üben lernen

Tipps zur Behebung von Rückenschmerzen im Büro:

  • bei Übergewicht ein paar Kilos abnehmen
  • Rückenübungen fürs Büro konsequent wiederholen
  • eine Arbeitsplatzbegehung durch Experten anfordern
  • die Sitzposition regelmäßig verändern
  • zwischendurch aufstehen, zum Fenster rausschauen, die Füße vertreten, den Kopf kreisen lassen, den Nacken entspannen, Finger und Hände strecken und die Muskulatur lockern
  • ein Online Office Training nutzen

Hinweis: Plötzlich auftretende Rückenschmerzen können meistens mittels Bewegung minimiert werden. Wenn die Rückenschmerzen aber in einen Bandscheibenvorfall übergehen, ist eine fachärztliche Behandlung notwendig. Welche Therapieform dann geeignet ist, entscheidet der Arzt. Bewegung kann in solchen Fällen vorerst das verkehrte Mittel sein. Hier hilft eher Schonung.

Stichwort: Firmenfitness

Um einen geistigen und körperlichen Ausgleich zum monotonen Bürojob zu schaffen, bieten Unternehmen mit einer modernen Unternehmenskultur ihren Mitarbeitern attraktive Sport- und Fitnessprogramme an. So können Mitarbeiter wählen zwischen abwechslungsreichen Aerobic-Kursen, auspowerndem Cardiotraining und präventiver Wirbelsäulengymnastik. Die Bandbreite an Sportangeboten ist in vielen Unternehmen so vielfältig, das für jeden etwas dabei sein kann. Für solche, die gern etwas Neues probieren und offen sind für Trend-Sportarten, bieten Firmen auch immer häufiger Yoga- und Pilateskurse und auch Qi Gong- und Tai Chi-Stunden an. Mitarbeiter haben so die Gelegenheit, nicht nur Rückenschmerzen zu lindern, sondern können gleichzeitig auch etwas für die Seele tun und neue Erfahrungen sammeln.

Rückenschmerzen im Büro – Eine Frage der eigenen Disziplin

Gerade Menschen, die den ganzen Tag im Sitzen arbeiten, sind anfällig für Rückenschmerzen und gehören zur Risikogruppe genauso wie Lkw-Fahrer, ältere Menschen, Studenten und Schwangere. Wenn Büroangestellte dann noch den überwiegenden Teil in ihrer Freizeit sitzen, sind Rückenschmerzen vorprogrammiert. Menschen, die im Büro arbeiten, sind sich selbst gegenüber in der Pflicht, ausreichend Bewegung in ihr Leben zu bringen. Also ist die Devise: Öfter mal den Hintern anheben, aufstehen und die abgenutzten eingeschlafenen Gelenke wieder in Schwung bringen. Das bringt nicht nur die Blutbahnen in Wallung, sondern aktiviert auch gleichzeitig die grauen Zellen. Außerdem ist der Kalorienverbrauch im Stehen höher als im Sitzen. Ein netter Anreiz für all diejenigen, die bisher noch gezögert haben.

In den meisten Unternehmen gehören Zumbakurse, Rückentraining und auch meditative Entspannungseinheiten zum sportlichen Standardangebot, um die Aktivität der Mitarbeiter zu fördern und erfolgreich gegen Rückenschmerzen im Büro vorzugehen. Letztlich ist Arbeitgebern wie Arbeitnehmern geholfen damit. Die Mitarbeiter bleiben gesund und ambitioniert und die Unternehmen profitieren von weniger Krankheitsausfällen.

Quelle Titelbild: Tumisu / Pixabay

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